Gute Zukunftschancen trotz KI – Berufsfachschüler feiern ihren Abschluss
Erstelldatum06.08.2026
Abteilungsleiter Jonas Schulz begrüßte am 24. Juli 2026 die Festgemeinde und verwies auf die zahlreichen theoretischen, praktischen und mündlichen Prüfungen, die die insgesamt 30 Absolventen der beiden Berufsfachschulklassen nun erfolgreich hinter sich gebracht haben. Es sei eine anstrengende Zeit gewesen, in der sie Durchhaltevermögen bewiesen hätten – eine Fähigkeit, die ihnen auch in ihrem weiteren Lebensweg zugutekommen werde.
Schulleiter Klaus Blum nahm die Absolventinnen und Absolventen anschließend mit auf eine kleine Zeitreise: „Erinnern Sie sich noch an den 9. September 2024?“, fragte er und erinnerte an den ersten Schultag an der Sibilla-Egen-Schule. Damals sei alles neu und ungewohnt gewesen – selbst die Bezeichnungen der Klassen und Fächer. Die Schülerinnen und Schüler besuchten entweder die 2BFP1 oder die 2BFH1, also die Zweijährige Berufsfachschule mit dem Profil „Gesundheit und Pflege“ beziehungsweise „Hauswirtschaft und Ernährung“. Auch Fächer wie BFK (Berufsfachliche Kompetenz) und BPK (Berufspraktische Kompetenz) seien zunächst rätselhaft erschienen. Umso größer sei nun der Erfolg: 30 Schülerinnen und Schüler, die mit dem Hauptschulabschluss an die Sibilla-Egen-Schule gekommen waren, verlassen diese nun mit der Fachschulreife (mittlerer Bildungsabschluss) und vertieften Kenntnissen in ihren jeweiligen Profilbereichen. Diese Berufe seien – so die beruhigende Einschätzung des Schulleiters – auch in absehbarer Zeit kaum durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu ersetzen.
Die Klassenlehrerinnen der beiden Klassen hielten kurze, aber originelle Ansprachen, die sie mit persönlichen Geschenken für ihre Schülerinnen und Schüler verbanden. Sabrina Cona, Klassenlehrerin der 2BFH, schenkte ihren Absolventinnen und Absolventen Bleistifte mit Radiergummi. Der Bleistift stehe nicht nur für das wichtigste Werkzeug im Unterricht, sondern symbolisiere auch, dass die Schülerinnen und Schüler nach diesem Abend ihre eigene Geschichte weiterschreiben würden. Der Radiergummi erinnere daran, dass Fehler zum Leben gehören und korrigiert werden können. Fehler machten einen nicht schlechter, sondern „stärker und klüger“, betonte Cona. Dabei dachte sie auch an diejenigen, die den Abschluss diesmal noch nicht geschafft haben. Ihnen machte sie Mut, indem sie auf die Möglichkeit einer Wiederholung oder den Einstieg in eine Ausbildung hinwies.
Die Absolventinnen und Absolventen der 2BFP erhielten von ihrer Klassenlehrerin Karin Dasing ein sogenanntes „Schneeflocken“-Multifunktionswerkzeug, mit dem sich nahezu jedes Problem lösen lasse. Die Mathematiklehrerin erklärte die Idee dahinter mit einem Vergleich: Mathematik verfüge über eine große Problemlösungskompetenz. Wie in einem Handwerk komme es darauf an, „das richtige Werkzeug aus dem Werkzeugkasten zu nehmen“. Dasing sprach jedoch nicht nur über das Lösen von Problemen, sondern zeigte auch die vielfältigen Wege auf, die den Absolventinnen und Absolventen nun offenstehen: ein Freiwilliges Soziales Jahr, ein Bundesfreiwilligendienst, eine Ausbildung oder ein weiterer Schulabschluss. Bei entsprechendem Notendurchschnitt könnten sie beispielsweise in die Eingangsklasse eines beruflichen Gymnasiums oder in ein Berufskolleg wechseln und dort die Fachhochschulreife erwerben.
Im Mittelpunkt des Abends stand zwar die Übergabe der Abschlusszeugnisse – verbunden mit einer Belobigung für Tobias Kleinknecht (Notendurchschnitt 2,0) –, tatsächlich entwickelte sich die Feier im voll besetzten Lichthof der Sibilla-Egen-Schule jedoch zu einem abwechslungsreichen und kurzweiligen Abend. Dafür sorgten vor allem die Beiträge der Schülerinnen und Schüler. So wurde das beliebte Spiel „Kinderbilder erraten“ durchgeführt, ein gemeinsames Video gezeigt und mehrere Schülerinnen ließen in ihren Reden die vergangenen zwei Schuljahre Revue passieren. Dabei bedankten sie sich herzlich bei ihren Klassenlehrerinnen und überreichten ihnen als Zeichen der Wertschätzung kleine Geschenke, was den gelungenen Abend abrundete.











