Somalia in Afrika

Bürgerkrieg in Somalia


Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Lösungsansätze - Quellen

Beginn: 1991

Ursachen

Informationen zur Historie auf der Landesseite.


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Konfliktparteien

Ziele der Konfliktparteien


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Verlauf

Seit 1991, dem Jahr, in dem der Diktator Siad Barre gestürzt wurde,  herrscht in Somalia Anarchie: Bürgerkrieg zwischen den rivalisierenden Clans.

Mitte August 2000 wurde ein Übergangsparlament gebildet. 

Am 21. Oktober 2000 wurde eine international anerkannte Zentralregierung eingesetzt (Sitz in Baidoa), deren Zusammensetzung die komplizierte Klan-Struktur Somalias widerspiegeln sollte. Am 20. Oktober 2000 ernannte Ministerpräsident Ali Khalif Gallayr die 25 Mitglieder seines Kabinetts und bestimmte auch einen Bürgermeister für die Stadt Mogadischu. Jedoch erwies sie sich nicht als handlungsfähig. In der Hauptstadt herrschen islamische Milizen, es gibt keine funktionierende Zentralgewalt.

Am 15. Februar 2002 bat die provisorische Regierung von Somalia die UNO um Unterstützung beim Kampf gegen den Terrorismus. Somalia brauche dringend Hilfe beim Aufbau von neuen Sicherheitsorganen und Verwaltung sowie bei der Demobilisierung der Bürgerkriegmilizen, hieß es in einem Bericht der Übergangsregierung an die Vereinten Nationen. Dies war eine Reaktion auf die Ausweitung der von den USA geführten Militäraktionen gegen terroristische Gruppen, bei denen Somalia als mögliches Ziel mit einbezogen wurde.

Dezember 2006: Intervention Äthiopiens. Da die Milizen immer beherrschender wurden, griff die äthiopische Armee mit Zustimmung der somalischen Übergangsregierung mit Waffengewalt ein. Kämpfe um Baidoa, wobei Gebiet von den Milizen zurückerobert wurde, erforderten über Weihnachten mehr als 1000 Tote und 3000 Verletzte. Auch der Flughafen von Mogadischu wurde mit äthiopischen Kampfflugzeugen angegriffen und am 28. Dezember erobert.

Sheik Sharif Ahmed, der Führer des Rats der Islamischen Gerichte, erklärte den Rückzug der Miliz, betonte jedoch, dass der Kampf weiter gehen werde.

Januar 2007: Amerikanische Luftangriffe. Mit Einverständnis der somalischen Regierung hat die US-Luftwaffe vermutete Stellungen des Terrornetzwerkes Al-Kaida im Süden Somalias angegriffen. Zahlreiche Extremisten, aber auch Zivilpersonen sollen unter den Toten sein.

November 2018: Bombenanschlag auf das Hotel Sahafiseien in Mogadishu: mindestens 32 Tote, darunter sechs Angreifer der radikalislamischen Terrororganisation Al-Shabaab.


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Folgen / Auswirkungen auf die Bevölkerung


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Lösungsansätze

Im März 1993 wurde ein Friedensabkommen zwischen den meisten damals aktiven bewaffneten Gruppen geschlossen, es wurde jedoch nur in Ansätzen umgesetzt. Die Einsätze der UNO wurden abgebrochen, ohne eine Lösung erreicht zu haben.

Perspektiven für die Herstellung einer politischen Struktur, die das dezentralisierte Clansystem mit einer übergreifenden staatlichen Ordnung verbindet, sind von ihnen allerdings kaum zu erwarten.

Ausländische Hilfsorganisationen unterhalten Krankenhäuser und Schulen, lassen Brunnen instandsetzen und verteilen Nahrungsmittel an Bedürftige. Allerdings erreichen diese Dienste nur einen Teil der Bevölkerung und sind im Kontext einer Volkswirtschaft, die mehr auf Handel und Aneignung denn auf Produktion basiert, nicht als dauerhafter Ersatz für staatliche Institutionen anzusehen. Die somalische Gesellschaft hat sich mit der Entstaatlichung arrangiert.

Für die nächste Zukunft erscheint die fortschreitende Verarmung der Mehrheit der Bevölkerung zumindest im südlichen Somalia wahrscheinlicher als die Wiederherstellung funktionaler Staatlichkeit.

Der Konflikt in Somalia steht nicht im Mittelpunkt der Welt, die UNO ist eher zurückhaltend, im Weltsicherheitsrat gibt es keine gemeinsame Position. Die äthiopische Intervention zeigt, dass sich die afrikanischen Staaten eher selber helfen müssen. Von der westlichen Welt (und den USA) haben sie nichts zu erwarten.


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Quellen:

"Der Staat als Beute". In: Der Bürger im Staat, 46. Jg, H. 3/4 (1996)
Bertelsmann Universal Lexikon
IAP 03/02
E-Mail von Dieter Herrmann

Weber, Mathias
Der UNO-Einsatz in Somalia
Die Problematik einer "humanitäten Intervention"
Schriftreihe Politikwissenschaft, Band 1, Denzlingen 1997
DM 29,80, ÖS 203, SFr 29,80
156 Seiten
ISBN 3-9805387-0-2

Haller Tagblatt 2000-10-21, 2006-12-29, 2007-01-10, 2018-04-04, 2018-11-10



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Stand: 2018-11-18
Letzter Bearbeiter: Jürgen Gierich
Ursprungsautorin: Kerstin Knausenberger

Frühere Bearbeiter: Nardane Burgaz, Heike Welzel, Paul Glass, Jürgen Gierich (1999), Sabrina Wenz, Julia Schneider (2001), Caroline Schiller (2002)
Grafik: "Unsere Erde" von Rudas & Karig (Markt & Technik)
Datei: somalia/somalia.htm