Kein Frieden in Afghanistan

Der Bürgerkrieg in Afghanistan wurde zunächst als beendet betrachtet, als die USA im Auftrag der NATO im Kampf gegen den Terror Osama bin Ladens das Taliban-Regime beendeten.
Aber leider ist das Land danach nicht zur Ruhe gekommen.
Afghanistan-Karte

Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Lösungsansätze - Quellen

Beginn:

Nach dem Ende des Krieges der USA und der NATO gegen Osama bin Laden und der Versuch der internationalen Schutztruppe Isaf, dem Land den Weg in den Frieden zu bereiten, kamen die innerstaatlichen Konflikte zwischen der Staatsmacht und den Taliban nicht zur Ruhe. Als "Beginn" kann man nur die Fortsetzung des Bürgerkriegs nennen.


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Ursachen:

Die Konflikte der Vergangenheit wurden nicht beseitigt, siehe die Seite über den Bürgerkrieg..


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Konfliktparteien und ihre Ziele:


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Verlauf des Konfliktes:

Fettgedruckte Daten bezeichnen genau das beschriebene Ereignis; normal gedruckte Daten geben die Veröffentlichung in der Presse wieder.

August 2015 Vormarsch der Taliban in einigen Provinzen. In Helmand eroberten sie innerhalb von zwei Wochen 15 Bezirke.
2015-09-28
Die Provinzhauptstadt Kundus, ehemaliger Standort der deutschen Schutztruppe, wurde von den Taliban (rund 2000 Krieger) zurückerobert. Sie befreiten mehr als 600 Häftlinge, darunter 144 Taliban. Sie setzten die Geheimdienstzentrale in Brand.
Der Vizegouverneuer und viele der Bewohner flüchteten zum Flughafen.
2015-09-29
Die afghanischen Streitkräfte starteten eine Gegenoffensive. Die US-Luftwaffe unterstützte die afghanischen Bodentruppen.
2015-10-04
Die US-Luftwaffe hat aus Versehen ein Krankenhaus in Kundus bombardiert. Es gab mindestens 22 Tote, das Krankenhaus ist nicht mehr funktionsfähig, die Patienten wurden verlegt und die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ zog sich aus Kundus zurück.
2015
In der Provinz Helmand stehen nun fürnf von 15 Bezirken unter den Kontrolle der Islamisten. Ein Selbstmordattentäter zündete einen Sprengsatz inmitten internationaler und afghanischer Polizisten. Bei einem Anschlag auf die Nato-Mission Resolute Support starben in diesem Jahr sechs internationale Soldaten.
2016-05 Bei einem Drohnenangriff der USA wurde der Taliban-Chef Achtar Mansur in Pakistan getötet.
2016-07-23 In Kabul sind am 23. Juli 80 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 230 Menschen wurden bei dem Anschlag auf eine Demonstration von Angehörigen der schiitischen Minderheit der Hasara getötet. Zwei Kämpfer haben sich inmitten der Versammlung in die Luft gesprengt. Eine sunnnitische Dschihadistenmiliz des IS bekannte sich zu der Tat.
2016-08-24 Drei Attentäter der Taliban stürmten den Campus der Amerikanischen Universität in Kabul. 16 Menschen wurden getötet, mehr als 30 verletzt, viele ausländische Lehrkräfte haben das Land verlassen, der Universitätspräsident hat sein Amt niedergelegt.
2016-11-10 23 Uhr: Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Scharif: ein mit Sprengstoff beladener Lastkraftwagen rast gegen die Schutzmauer. Einer der beiden Attentäter kann ins Konsulat selbst vordringen. Schwere Sachschäden, vier Tote und 128 verletzte Einheimische; keine verletzten deutsche Konsulatsangehörige.
Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag als eine Vergeltungsmaßnahme für einen Nato-Luftangriff in der Provinz Kundus.
2016-11-21 Anschlag auf eine schiitische Moschee in Kabul. Dutzende Tote und Verletzte.
2017-07-20 Provinzen AfghanistansHeftige mehrtägige Kämpfe in der nordafghanischen Provinz Baghlan. 200 bis 300 Talibankämpfer haben aus mehreren Richtungen das Bezirkszentrum angegriffen. Mindestens 7 Polizisten und Soldaten wurden getötet, 20 verletzt. Unter den Taliban gab es schätzungsweise 16 Tote.

(Grafik von: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Afghanistan,_administrative_divisions_-_de_-_colored.svg. Klickauf Grafik zum Vergrößern).
2017-07-24 Die Taliban haben in der zentralafghanischen Provinz Ghor das Zentrum des Bezirks Taiwara erobert. Dabei wurden mindestens 70 Menschen getötet und viele verletzt.
In der nordwestafghanischen Provinz Fariab ist ebenfalls ein Bezirk an die Islamisten gefallen.
2017-08-02 Selbstmordanschlag der Taliban auf einen Nato-Konvoi in der südafghanischen Provinz Kandahar. Zwei US-Soldaten starben.
2018-03-22 Selbstmordanschlag der IS auf Neujahrsfestlichkeiten in Kabul: mindestens 29 Tote, 52 Verletzte.

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Folgen des Konflikts:

Im Jahr 2015 (bis Ende August) wurden nach einem Bericht der "New York Times" etwa 4100 afghanische Sicherheitskräfte getötet und Tausende verwundet. Die UN meldete von Januar bis Juni 2015 auch sehr viele zivile Opfer: 1592 Tote und 3329 Verletzte; das sind ein Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Nach dem vermeintlichen Ende des Krieges sollten die fremden Truppen abziehen. Die USA stoppten ihren Truppenabzug. Von gegenwärtig (Oktober 2015) 9800 Soldaten sollen noch etwa 5500 über den Jahresanfang 2017 hinaus in Afghanistan bleiben.
Auch in Deutschland wurden Überlegungen angestellt, den Abzug der deutschen Truppen aufzuschieben, jedoch am 17. Dezember 2015 stoppte das deutsche Parlament den Abzug. Statt 850 Soldaten sollen ab 2016 980 Soldaten die afghanischen Streitkräfte ausbilden und beraten.

Großbritannien hat zusätzliche Soldaten in den Süden Afghanistans entsandt, um gegen die Taliban vorzugehen.

Die afghanische Armee bemüht sich, ist aber wegen mangelnder Ausrüstung nicht fähig, offensiv gegen die Taliban vorzugehen. Viele Soldaten verlängern ihren Vertrag nicht oder begehen sogar Fahnenflucht.

Bilanz für 2016: 3.500 Tote, mehr als 7.900 Verletzte. Für zwei Dittel seien die Taliban verantwortlich, für ein Viertel Regierungstruppen, für knapp 900 der IS (nach einem UN-Bericht).Seit 2009 steigt die Zahl der zivilen Opfer stetig, im ersten Halbjahr 2016 waren es schon 4 Prozent mehr als 2015.


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Lösungsansätze:

Im Dezember 2015 reiste der pakistanische Armeechef Raheel Sharif nach Kabul, um Friedensgespräche vorzubereiten. Gesprächspartner waren der afghanische Präsident Aschraf Ghani und der Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah. Ziel der Gespräche ist die gemeinsame Bekämpfung der Taliban.

In Brüssel tagte am 18. und 19. Oktober 2016 die elfte internationale Geberkonferenz: Vertreter aus 70 Staaten und mehr als 20 internationalen Organisationen.


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Quellen:

Dingemann: Krisenherde der Welt. Braunschweig: Westermann 1996

Haller Tagblatt: 2015-08-03, -31
2015-09-29, -30
2015-10-05, -10-16
2015-12-18, -23
2016-01-10
2016-07-25
2016-10-05
2016-11-12, -22
2017-02-07, -07-16, -07-24
2017-08-03
2018-03-22



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Stand: 18-03-30
Letzter Bearbeiter: Jürgen Gierich
Grafik: "Unsere Erde" von Rudas & Karig (Verlag Markt & Technik)
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