Für die Stadt Hall leistete Sibilla Egen zur Zeit der Reformation, der Bauernkriege und zu Beginn der Neuzeit hervorragende Arbeit. Nach dem Tod ihres Mannes nahm sie Verwandte bei sich auf, vor allem die beiden Nichten Katherina und Magdalena Egen. Sie war sehr vermögend, was man anhand von Steuerlisten erkennen kann. Sibilla unterstützte damit die sozial Schwächeren der Stadtgesellschaft. Es gab im Vorfeld mehrere Testamentsformen. Zuerst wurde es nach dem Willen der "alten Kirche" formuliert. Auf diese Entscheidung hatte ihr Bruder Jeremias Einfluss, aber dieser starb vor Sibilla, und sie änderte das Testament noch ein paar mal. In der endgültigen Fassung verlangte sie, dass sie den Armen mit ihrem zurückgelassenen Vermögen geholfen wird. Sie wollte unter anderem Hebammen unterstützen und Knaben helfen, ein Handwerk zu erlernen. Sie vererbte ihre "Heilsachen" an ihre Nichten. Auch bedachte sie in ihrem Testament den Pfarrer, den Prediger, den Arzt und den Apothekengesellen sowie ihre früheren Mägde. Stiftungen für Handwerker, Jungfrauen, Witwen, Hebammen auf dem Lande, Kranke und Notleidende ganz allgemein waren damals etwas Neues. Ihre Stiftung war der Beginn des Sozialhaushalts der Reichsstadt. Mit ihrer großen gemeinnützigen Stiftung hatte sie einen Grundstein für die Neuzeit gelegt. |
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Stand: 08-09-21 Letzter Bearbeiter: Jürgen Gierich Autor: Ferdinand M. Schäfer (2008) Datei: schule/sibilla/sibilla2.htm |