Gedächtnistraining / Der Schweizer Gregor Staub verblüfft bei seinem Seminar in der Sibilla-Egen-SchuleEinmal erzählt - immer im KopfOb Namen oder Prüfungsstoff: Das Gedächtnis kann viel mehr speichern als man denkt |
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Zahlen merken ist nicht schwer. Wenn es aber zehn- oder zwanzigstellig wird, scheitern die meisten. Gedächtnisprofi Gregor Staub macht das im Handumdrehen. Und nicht nur das: Der Schweizer merkt sich sogar zu jeder Ziffer einen Begriff - verblüffend, aber wahr. |
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![]() Gregor Staub mit den 20 Begriffen, die ihm die Zuhörer genannt haben. Binnen kurzer Zeit hat er sie gelernt und kann sie in richtiger Reihenfolge wiedergeben. Auch der Zugriff auf das Wort jeder beliebiger Nummer klappt. |
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| Schwäbisch Hall. Staub kann aber noch mehr, wie beispielsweise diese
Geschichte mit aneinander gereihtem Nonsens, der Hinweise auf die Namen aller
europäischen Länder enthält: Ein Ire fand in einem Graben einen Storch mit dehnbaren
Taschen, darin eine Karte, auf der Äste lagen. Daraus formte er Lettern und daraus den
Satz: Du sollst täglich einen Liter Milch trinken. Dann flog der Storch zum Nordpol, wo
er langsam und sehr ungern Chachacha tanzte, denn nur sehr wenige Leute tanzen Chachacha.
Ein Torero betrat die Szene mit einem Glas Portwein, auf dem eine Nachtigall saß. Die
flog zum Eiffelturm und schaute von dort bis Dänemark. Davor die niederen Lande, auf
denen ein Hund saß, der bellte und spitze Ohren wie ein Luchs hatte. Der rannte nach
Süden und traf dort einen Deutschen und einen Österreicher, die Spaghetti aßen und aus
bemalten Tassen tranken, darauf schwammen eine Zitrone und eine grüne Kaper, die von
einem Teller mit griechischen Tempeln kamen. Staub hat diese Geschichte nur ein Mal erzählt. Die Zuhörer konnte sie aber trotzdem im Gedächtnis behalten. Seine Technik, auch Abstraktes mit anderen Dingen in der unmittelbaren Umgebung zu verbinden, führte dazu, dass nahezu jeder dazu fähig war. Es soll sogar mit vorgestellten virtuellen Verbindungen funktionieren - also ohne echte Bilder. Wer von seinen Zuhörern wird je wieder einen Basketballkorb anschauen können, ohne an die Zahl 16, einen Blumentopf oder den sechsten US-Präsidenten nach dem 2. Weltkrieg (Carter) zu denken? Seine Schuhsohle ist mit dem Kuchenblech fest im Gedächtnis verankert, genau wie das thailändische Wort für Eins: nöng''. Was man mit echtem Gedächtnistraining nach seiner Methode erreichen kann, konnte Gregor Staub in seinen Seminaren allerdings nur anreißen. Spickzettel beispielsweise hat man schneller im Gedächtnis. Wenn weder Mobiltelefon noch Stift und Zettel dabei sind, speichert man sich Handy- samt Festnetznummer vom Unbekannten einfach im Kopf. Mit ein bisschen Übung kann das jeder.'' Um mehr zu erreichen und sowohl Kurz- als auch Langzeitgedächtnis zu trainieren, müsste man etwa 30 Stunden, verteilt auf sechs Monate, investieren. Das wichtigste: positiv denken. In der Schule ginge das in die falsche Richtung. Warum'', fragte er die Lehrer, werden in einem Diktat die 15 Fehler angemerkt? Wieso schreibt man nicht 70 Prozent richtig?'' Gregor Staub verlangt für seine Seminare keine Honorare. Ihm genüge der Umsatz mit seinen verschiedenen Lern-CDs - schätzungsweise 10.000 Euro im Monat. Ehrenwort: Wie die Geschichte mit dem aneinander gereihten Nonsens blieben alle Seminarinhalte ohne Aufschriebe direkt im Gedächtnis. . . |
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Text: Ernst-Walter Hug Mit freundlicher Genehmigung aus dem Haller Tagblatt vom 06-04-28 Stand: 06-05-27 Letzter Bearbeiter: GiJ Datei: schule/2005_06/staub/staub2.htm |