Sibilla war eine Frau von Adel
Sehr fromm und tugendhaft
Sie lebte zur Zeit von Brenz und Luther
In der Haller Bürgerschaft
Sie war sehr klug und tüchtig
Hatt' stets ein gutes Herz
Drum gab sie Heller für eine Stiftung
Zu lindern Not und Schmerz.Im Jahre 1470 geboren
Erlebte sie allerhand
Von Dinkelsbühl nach Hall gezogen
Gehört' sie zum Adelsstand
Sie war recht streng katholisch
Freit trotzdem einen Mann (1493)
Der Hans starb früh (1500) und ließ sie alleine
Doch sie zeigt' was eine Frau kann.
Als Herrin übernahm sie allein den Hausstand
Verwaltet geschickt ihr Reich
Sie mehrt ihr Vermögen durch kluge Geschäfte
Doch dachte sie zugleich
An Arme, Alte und Kinder
An Schwang're, Mütter und Kranke(n)
Drum gab sie Geld für den Hospitalhof
Die ihr die Heilung danken.
Ihr einz`ger Sohn Mathias verstarb recht früh
Das war ein schwerer Schlag
Sie heiratete Anton Hofmeister (1517)
Einen Stättmeister, den sie mag
Der war 20 Jahre jünger
Und doch starb er vor ihr
Auch Brenz, der konnte sie nicht überzeugen
Katholisch blieb sie hier.
Sie gab sich in ihr trauriges Schicksal
Und kümmert sich um ihre Nichten
Ja - Katharina und Magdalena
Die mussten auf nichts verzichten.
Ihr Testament war einzigartig
Sie gab ihr Hab und Gut
Als Stiftung für Schüler, Studenten und Lehrling'
Wie das fast keiner tut.
Im Jahre 1538
Da war ihr Leben vorbei
Sie wurde fast 70, erfüllte ihr Schicksal
Die ganze Stadt war dabei
Sibilla du bist einzigartig
Das stimmt auf jeden Fall
Ja, ihre Stiftung war der Grundstein
Für den Sozialhaushalt von Hall.
Text: Hans Graef, "Sibilla-Egen-Lehrer" |