Die aktuelle Kunstausstellung der Sibilla-Egen-Schulgalerie Schwäbisch Hall ist nicht vergleichbar mit den bisherigen 20 Ausstellungen denn seit Frühjahr wird an unserem neuen Schulhaus gebaut. Seit 10 Jahren versucht KuKuPo durch Kunst in der Schule unseren Lebensraum Schule lebendig und schöner zu gestalten. Eine einheitliche Ausstellung kann man in einem heterogenen Gebäude nicht aufbauen deshalb wurden die Flure, Treppen und Räume mit höchst verschiedenen Kunstwerken und Objekten bestückt, die sich vielfältig zu einem Gesamtkonzept KunstBauStelle zusammenfügen. Eklektisch bedeutet nichts anderes als verschiedenartig, stilistisch komplex zusammengesetzt.
Am Eingang findet der Besucher die Fotomontage Unsere schöne bunte Baustelle mit ästhetisch verfremdeten Digitalfotografien von Hans A. Graef. Unter den Bauplänen des Neubaus sind Informationen über unsere Namensgeberin Sibilla Egen zu sehen, über ihr Leben und ihre sozialen Aktivitäten. Kleine Skulpturen und eine architektonische Grafik verweisen auf das griechische Delphi. Über der ersten Treppe begegnet man Objekten, Skulpturen, Kunstgewerbe, Karten und Informationen über unsere Partnerschulen in Begoro und Tema in Ghana; an der Ecke steht ein Verkaufsschrank mit afrikanischen Textilien.
Bunt- und Bleistiftzeichnungen des renommierten Künstlers Jochen Wahl zieren den Flur und Aufenthaltsbereich. Er ist ein Vertreter des Phantastischen Realismus, des Wiener Surrealismus, hat bei dem weltberühmtem Rudolf Hausner studiert und zeigt hier neuere Arbeiten. Er war bereits Gast unserer Schule. Im großen Schaukasten werden einige poetische Figuren des wundervollen Marionettentheaters Pendel hängen und für die Aufführung Geschichten ohne Worte werben, die am 23. Oktober im Rahmen der baden-württembergischen Frederickwoche für Literatur ein Theatergastspiel an der Sibilla-Egen-Schule gespielt wird.
16 große Gemälde von Gerhard und Uta Ullmann findet man im oberen Foyer. Nach einem Besuch in der tibetischen Hauptstadt Lhasa hat das Künstlerpaar die Zerstörung der religiösen und kulturellen Identität Tibets verarbeitet, farbig, mit Gebetsfahnen, mit Sand und schwarzem Teer. Informationen dazu sind am Ende des Flurs im Kontext des erfolgreichen Internet-Projekts Eine Welt voller Kriege zu finden, das vor Jahren von Jürgen Gierich und Paul Glass ins Leben gerufen wurde. In beiden Fluren hängen Kunstplakate bekannter Werke der Malerei. Hier sieht der Betrachter am Bauzaun Auszüge aus den drei Fotografie-Konzepten Minikapellen aus Hellas, Andreaskreuze und KonsumRegale von Hans A. Graef (Kunstagent, Vorstand der Künstlerkneipe Gleis 1 in Waldenburg) ebenso Einzelstücke aus dem Archiv. Sechs Bilder des Haller Künstlers Wolfgang Göhner (Kunstverein Hohenlohe) zeigen im hinteren Treppenaufgang in schönen schweren Rahmen gelungene Selbstbildnisse aus Acryl auf Holz. Im oberen Flur hängen noch sehenswerte alte Schwarz-Weiß-Fotografien aus der früheren Haller Hauswirtschaftsschule, vermutlich aus den 50-er oder 60-er Jahren.
Das ist sicherlich noch nicht alles denn das Ausstellungsprojekt eklektisch" bezieht auch die Raumskulptur auf der Schulwiese und ansatzweise die Baustelle mit in die Kunstbetrachtung ein.
Vernissage: 8. Oktober 2003; 20:45 Uhr
Ausstellungsdauer: 9. Oktober bis Frühjahr 2004.
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Stand: 09-07-20 Text: Hans A. Graef; Bearbeiter: GiJ Datei: schule/2003_04/kukupo/kukupo1.htm |