Bewaffneter Konflikt zwischen dem fundamentalistischen islamisch-arabischen Norden und dem christlich-animistischen Süden.Seit 2003 ist die Provinz Dafur zum Brennpunkt des Terrors gegen die Bevölkerung geworden. |
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Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Lösungsansätze - Quellen
Konflikte seit der Staatsgründung 1956
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unterschiedliche Religionen und Kulturen: Krieg der Kulturen
Der Südsudan ist afrikanisch, der Norden arabisch.
Unabhängigkeitserklärung 1956: Dominanz des Nordens
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Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Lösungsansätze - Quellen
| 1956 Staatsgründung | Die arabischen Machthaber versuchen den schwarzafrikanischen Völkern Südsudans ihr politisches System (arabischer Nationalismus und Islam) aufzuzwingen: es kommt zum Bürgerkrieg, erbitterte Gefechte zwischen Regierungsgruppen und Rebellen | |
| 1972 Friedensabkommen | - Südsudan erhält regionale Autonomie - Nuba-Berge unter nordsudanischer Verwaltung |
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| folgende 11 Jahre Frieden | - wenig tragfähig - Anhebung der Ölpreise durch OPEC bei gleichzeitigem Investitionsrückgang und Entwicklungshilfenkürzung - Schwächung der Wirtschaft |
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| Anfang der 80er Jahre | - politische Krise - Repression zur Sicherung des Machterhalts |
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| 1980 |
Forderung des Südsudans: Aufteilung in drei autonome Regionen. Daraufhin kommt es zu einer politischen Krise und die Zentralbehörden setzen im Südsudan eine militärische Übergangsregierung ein. |
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| 1981 | Politische Spannungen eskalieren: Behörden verhaften mehrere tausend Regierungsgegner |
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| 1982 | Verschärfung des Bürgerkriegs aufgrund der Aufhebung des zehn Jahre zuvor erteilten Autonomiestatus | |
| Mai 1982 | Regionalwahlen: Koalition von Befürwortern der Aufgliederung des Südsudans |
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| Mai 1983 | Aufteilung Südsudans: Staatspräsident Numeiri gibt die Aufteilung der Autonomen Region Südsudan in drei eigenständige Verwaltungseinheiten bekannt |
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| September 1983 | "Septembergesetze": grausame, unmenschliche, erniedrigende Strafen | |
| 1983 | Gründung der Rebellenorganisation SPLA: Ausbruch erbitterer Kampfhandlungen |
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| 1989 | Demokratisch gewählte Regierung wird weggeputscht: Islamistisches Revolutionsregime an der Macht, Verschärfung des Bürgerkriegs |
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| 1990 | Gesetz zur nationalen Sicherheit: Inhaftierung ohne Anklageerhebung oder Gerichtsverfahren erlaubt |
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| 1990/1991 | große Umsiedlungsaktionen | |
| März 1991 | Verabschiedung der "Scharia" (islamischer Gesetzgebung): - landesweite Anwendung ohne Rücksicht auf Religionszugehörigkeit der Bevölkerung - Kulturelle Diskriminierung der Nicht-Moslems |
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| 1991 | Sturz der Regierung Äthiopiens SPLA verliert Waffenlieferant und Zufluchtsort |
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| 1992 | Khartum erklärt den Vernichtungsfeldzug gegen die Nuba zum "Heiligen Islamischen Krieg" | |
| 1992 | Konferenz von 200 Delegierten des Nuba-Gebiets: Fortsetzung des Kriegs Zustimmung der Moslems, die ihren Glauben nicht in dem fanatischen Islam wiedererkennen, den ihnen das Regime aufzwingen will Widerstand gegen die Zentralregierung = Sache der ganzen Bevölkerung |
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| Juni - November 1992 | Waffenstillstand | |
| September 1992 | Spaltung der SPLA : neue Verhaftungswellen, Folterungen, Mißhandlungen, Ermordungen von Leuten, aus den eigenen Reihen, die im Verdacht stehen, mit der anderen Gruppe zu sympathisieren |
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| 1993 | einmonatiger Waffenstillstand | |
| 1993/1994 | Hütten von Slumbewohnern zerstört: Ansiedlung von Nicht-Moslems nicht im Interesse der Regierung |
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| März 1994 | Verhandlungen zwischen den Bürgerkriegsparteien | |
| 1995 | Mehrparteiensystem bereits vorher ausgeschlossen | |
| November 1997 | USA verhängt Sanktionen gegen den Sudan | |
| 29. Januar 1998 | Milizenchef und SPLA-Mitbegründer Karbino Kwanying Bol bricht den Friedensvertrag mit der Regierung und greift die Garnisonsstadt Wau an. | |
| 1998 | Hungerkatastrophe im Süden. Ursachen: wetterbedingte Zerstörung der Ernten, Zerstörung der Felder durch Bombardement der sudanesischen Regierung im Kampf gegen die Rebellen, Verhinderung der Bebauung der Felder durch Landminen. Im Juni 1998 setzt die Regenzeit nach einiger Verspätung ein. 70 % der Sandpisten sind völlig aufgeweicht. |
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| Dezember 1999 | Der Präsident Omar el Beschir hat einen 3-monatigen Ausnahmezustand und eine Auflösung des Parlaments veranlasst. Er will sich seine Macht gegenüber dem Parlamentspräsidenten sichern und den Sudan vor Anschlägen auf Ölpipelines bewahren. | |
| 11. Juni 2001 | SPLA überfiel Konvoi der Armee und tötete 244 Regierungssoldaten. | |
| 13. Oktober 2001 | SPLA griff Ölförderungsanlagen im Süden an und tötete 430 Regierungssoldaten. | |
| 13. Januar 2002 | Die USA schalteten sich vermittelnd in den Bürgerkrieg ein. Unter dem Vorsitz der USA sollen in der Schweiz Friedensverhandlungen zwischen der streng islamisch ausgerichteten Regierung in Khartum und Rebellen aus dem überwiegend christlichen Süden des Landes stattfinden. |
Bis auf einige Städte (drei von der Regierungsarmee besetzt) sind große Teile des
Südens unter der Kontrolle der SPLA.
Während des Konflikts haben Regierungskommandoattacken in den Nuba-Bergen Angst
verbreitet, Ernten vernichtet, denn der Hunger soll die Nuba in die von der Regierung
kontrollierten Städte zwingen.
Überfälle, Verschleppungen, Morde, Auspeitschungen, Amputationen, Prügelstrafen,
Hinrichtungen, Folterungen, Plünderungen, Misshandlungen, sexueller Missbrauch von
Gefangenen sind an der Tagesordnung.
Soldaten fesseln Christen und verbrennen sie bei lebendigem Leib und zur genetischen
Arabisierung sind Vergewaltigungen und erzwungene Mischehen nötig. Da Gerichte abhängig
sind, sprechen sie regierungsgenehme Urteile. Vermeintliche politische Widersacher werden
durch "Säuberungen" aus dem Weg geschafft.
Die rechtsstaatlichen Grundsätze sind außer Kraft gesetzt.
| 2003 | Arabische Reitermilizen terrorisieren mit Rückendeckung der Regierung die schwarzafrikanische Bevölkerung. |
| August 2007 | Die Regierung liefert nach Angaben von Amnesty International weiter Waffen in die Krisenprovinz Dafur. |
Mindestens 200.000 Menschen sollen ums Leben gekommen sein, etwa 2,5 Millionen Menschen wurden vertrieben.
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Von den ursprünglich 3 Mio. Nuba sind noch 50.000 übrig. Die anderen 250.000 wurden verschleppt, versklavt, getötet, in sogenannten "Friedenscamps" systematisch mit der arabischen Herrenrasse vermischt, Jugendliche in Koranschulen zwangsislamisiert. Die Nuba sind auf Luftversorgung angewiesen, da die Landwege zu ihnen versperrt sind. Aber die UNO-Hilfstransporte gelangen nicht in alle Gebiete. So fehlen lebenswichtige Güter wie z. B. Kleidung, Nahrung, Salz, Saatgut, Seife,... Es werden beispielsweise jeden Monat 15.000 Tonnen Nahrungsmittel benötigt, im Juli 1998 konnten jedoch nur 11.000 Tonnen geliefert werden. Dadurch kam es zur humanitären Katastrophe und zum Ausbruch von Infektionskrankheiten wie Lepra, doch Medikamente fehlen ebenfalls. Das soziale Leben ist dadurch am Erliegen und die Wirtschaftslage katastrophal.
Weltweite Isolation wegen Unterstützung des internationalen Terrorismus und Druck auf den Sudan nimmt zu:
Im Juli 1998 wuchsen Hoffnungen auf eine Wende, denn Parlamentspräsident Turabi erklärte, die Regierung sei bereit, dem Süden die Unabhängigkeit zu gewähren, wenn Krieg und Hungersnot nicht anders zu beenden seien. Der Plan zum Bau einer langen Landebahn konnte nun endlich realisiert werden.
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missio aktuell 5/96
Spiegel 6/95
Das Parlament Nr. 16-17, 12./19. April 1996, Nr. 48-49, 22./29. November 1996
KM 3/1996
Haller Tagblatt 1996-12-10,
1998-03-25, -07-24, -25, -26, -08-22, -23, -29, -09-21
1999-12-14
amnesty international: Sudan - Keine Zukunft ohne Menschenrecht, 1995
IAP 4/97, 1/98, 7/01,
11/01
| Stand: 2009-02-17 Letzter Bearbeiter: GiJ Bearbeiter: Nicole Bittner / Rebecca Schlipf, Susanne Nuding, Heike Welzel, JG (1999), Miriam Schust, Kathrin Kreetz (2000), Ulrike Weidner (2003-07-07) Grafik: "Unsere Erde" von Rudas & Karig (Verlag Markt & Technik) Datei: sudan/sudan.htm |