| 2011 ist das Jahr, in dem die nordafrikanischen Staaten versuchten, die Herrschaft ihrer Diktatoren abzuschütteln. Während dies in einigen Staaten relativ moderat ablief, kam es in Libyen zunächst zu einem heftigen Bürgerkrieg, der sich durch das Eingreifen internationaler Mächte zu einem Krieg entwickelte. Die Nato unterstützte durch Luftangriffe die Landkämpfe der Rebellen. Mit der Einnahme von Gaddafis Geburtsstadt Syrte und dem Tod des Diktators im Oktober 2011 endete das Regime - und die Kämpfe wurden eingestellt. | ![]() |
Beginn und Ende - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Quellen
Aufstand der Rebellen gegen das Staatsregime seit Februar 2011, Beginn der militärischen Eingriffe internationaler Mächte am 19. März 2011.
Tod Gaddafis am 20. Oktober 2011, Einstellung der Nato-Angriffe am 31. Oktober 2011.
Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Quellen
Diktatur Gaddafis; Unterdrückung der Bevölkerung.
Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Quellen
Ziel: Bewahrung der Diktatur. Informationen über den Diktator Gaddafi im Lexikon.
Ziel: Demokratie, Ablösung der Diktatur Gaddafis.
Die westlichen Staaten wollen der bedrohten Bevölkerung zu Hilfe kommen. Gestützt durch eine UN-Resolution versuchten zunächst die USA, Frankreich und Großbritannien durch Luftangriffe die Armee Gaddafis zu schwächen; nach einigen Tagen übernahm die NATO das militärische Kommando.
Folgende Staaten sind beim militärischen Einsatz aktiv: hauptsächlich USA, Großbritannien, Frankreich, Italien; insgesamt 14.
Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Quellen
| Gaddafi wies seine Truppen an, mit militärischen Mitteln gegen die aufständische Bevölkerung vorzugehen. | ||
| 18. März 2011 | Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN)
verabschiedete eine Resolution, die Luftschläge gegen die Truppen der
Regierung erlaubte, um die Angriffe der Regierungstruppen gegen die eigene
Bevölkerung zu stoppen. Ein Einsatz von Bodentruppen wurde allerdings
ausgeschlossen. Von den 15 Mitgliedern des Sicherheitsrates enthielten
sich bei der Abstimmung fünf Mitglieder: Brasilien, China, Deutschland,
Indien und Russland.
Die UN-Resolution verlangt die Schaffung einer Flugverbotszone und den Schutz der Zivilbevölkerung vor Gaddafis Truppen. Verlangt wird wörtlich "die sofortige Herstellung eines Waffenstillstandes und ein vollständiges Ende der Gewalt und aller Angriffe und Misshandlungen gegen Zivilpersonen." |
Details |
| 19. März 2011 | Kampfflugzeuge aus USA, Frankreich und Großbritannien griffen militärische Einrichtungen im Norden Libyens an. Marschflugkörper von britischen und amerikanischen Kriegsschiffen unterstützten den Luftangriff. In der NATO wurde über eine Mitwirkung debattiert. | |
| 24. März 2011 | Ein Flugverbot für alle Flugzeuge aus Libyen wurde
ausgesprochen, Guthaben libyscher Ölgesellschaften wurden eingefroren.
Die Aufständischen ernannten Mahmud Dschibril zum Führer einer provisorischen Regierung. |
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| 30. März 2011 | Die NATO übernahm den Oberbefehl über die internationale Allianz. | |
| April 2011 | Die Aufständischen beklagten, dass die Unterstützung durch die Nato nicht ausreicht. Gaddafis Truppen gewinnen wieder die Oberhand. Die Ausstattung der Aufständischen ist dürftig, auch die militärische Erfahrung ist gering. Hauptsächlich kämpfen Freiwillige, es gibt nur etwa eintausend ausgebildete Soldaten. | |
| Juni 2011 | Die Nato setzte erstmalig Kampfhubschrauber französischer und britischer Streitkräfte ein. Die Zielgenauigkeit ist höher als bei Düsenjets, so konnten gezielt Militärfahrzeuge, Kontrollposten, Raketenwerfer und eine Radarstation angegriffen werden. | |
| 27. Juni 2011 | Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag erließ Haftbefehl Gaddafi sowie seinen Sohn Saif und den Geheimdienstchef Abdullah Sanussi. Der Chefankläger, Luis Moreno-Ocampo, erklärte: "Um die Verbrechen in Libyen zu stoppen und die Zivilbevölkerung zu schützen, muss Gaddafi festgenommen werden." Der Haftbefehl bedeutet, dass die 116 Staaten, die dem Internationalen Strafgerichtshof angehören, dem Machthaber kein Asyl gewähren dürfen, ja sogar zur Verfolgung aufgerufen sind. | |
| August 2011 | Als erster Staat anerkannte Tunesien den Übergangsrat (NTC) der Rebellen als legitime Vertretung des libyschen Volkes an. | |
| 23. August 2011 | Tripolis ist im Prinzip gefallen: große Teile der Hauptstadt sind in Rebellenhand; der Aufenthaltsort Gaddafis ist unbekannt. Einige Söhne Gaddafis wurden festgenommen. | |
| 20. Oktober 2011 | Gaddafis Heimatstadt Sirte wurde von den Aufständischen
eingenommen, der Diktator, seine Söhne Saif al-Islam und Mutassim sowie
Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi und Verteidigungsminister Abu Bakr
Junis wurden getötet.
Der "Nationale Übergangsrat" bildet nun die Regierung Libyens. |
Details zur Ergreifung und Tötung |
| 31. Oktober 2011 | Offizielles Ende der Luftangriffe durch die Nato. | |
Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Quellen
Von Februar bis Ende März 2011 sind mehr als 380.000 Menschen aus Libyen geflohen, die meisten nach Ägypten. Mehr als 2.000 Menschen sind über den Meerweg nach Italien und Malta geflüchtet.
Bilanz am Ende des Krieges: Etwa 25.000 Menschen kamen bei den Kämpfen ums Leben, 75.000 sind verletzt worden.
Vom 31. März bis zum 6. April hat die Nato 400 Kampfeinsätze geflogen; bis zum 9. Juni sollen es 10.200 Luftangriffe gewesen sein.
Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Quellen
Haller Tagblatt: 2011-03-18, -19, -21, -24,
-29, -30, -31, -04-07, -15, -06-06, -06-09, -06-28
2011-10-21, -22
| Stand: 2012-01-29 Aktueller Bearbeiter: J. Gierich Karte: aus: Wikipedia. Autor: User:Vardion Datei: konflikt/libyen//libyen.htm |
Zugriffe seit 2011-04-02:
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