In Kolumbien herrscht schon seit Jahren ein Provinzkrieg.Es versuchen sich immer wieder linksgerichtete Terrorgruppen gegen die Regierung aufzuspielen und diese anzugreifen. |
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Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Lösungsansätze - Quellen
<+0>Der Konflikt begann 1964.+0>
Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Lösungsansätze - Quellen
Beginn - Ursachen - Konfliktparteien - Verlauf - Folgen - Lösungsansätze - Quellen
noch aktiv:
FARC: marxistisch-leninistische "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens"; größte Guerillaorganisation, schätzungsweise 7.000 bis 15.000 Mitglieder. Gute Kontakte zur kolumbianischen Kommunistischen Partei; daher auch politisch ziemlich einflußreich.
ELN: marxistische "Nationale Befreiungsarmee", zweitgrößte Guerillaorganisation, schätzungsweise 3.000 bis 5.000 Mitglieder. Gegründet Anfang der 60er Jahre von Priestern. Ziel: Ausbeutung, Gewalt und Elend zu beseitigen. Berüchtigt wurden ihre Anschläge auf Pipelines ausländischer Ölfördergesellschaften. Ihr Führer war lange Jahre Manuel Perez.
KOKAINMAFIA möchte den internationalen Rauschgifthandel verbreiten.
rechtsextreme sog. TODESSCHWADRONEN
REGIERUNG versucht den Rauschgifthandel zu bekämpfen.
nicht mehr aktiv:
EPL: maoistische "Volksbefreiungsarmee"
M-19: linksnationalistische Bewegung "M-19"
RPT: "Revolutionäre Arbeiterpartei"
QUINTIN LAME: indianische Guerilla-Bewegung
kämpfen gegen die REGIERUNG
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| 1964 | Beginn des Konfliks. Sechs Guerilla-Armeen wagten es, gegen die Regierung zu kämpfen. |
| 1990 | Cesar Gaviria Trujillo wird Staatspräsident und die ELP, M-19, RPT und Quintin Lame geben ihre Waffen ab, wobei die Waffenstillstandsverhandlungen mit ELN und FARC scheitern. Es vereinigten sich drei linke Guerillabewegungen zum Revolutionären Volksheer (ERP). |
| 1992 | Neues Aufflammen der Kämpfe zw. Regierungstruppen und zwei linksgerichteten Guerilla-Verbänden. |
| 1994 | Ernesto Samper Pizano wird Staatspräsident. |
| 1996 | ELN und FARC griffen in 26 verschiedenen Orten des Landes Polizeistationen und Armeestützpunkte an und töten 100 Regierungssoldaten. Über 60.000 Kokabauern protestierten gegen die von der Regierung angeordnete Zerstörung der Kokaplantagen. Dies löste die schwersten Rebellenangriffe seit 30 Jahren aus. |
| 1997 | Am 27. Oktober wurden die Kommunalwahlen in Kolumbien von einer beispiellosen Terrorwelle begleitet. Nach dem Scheitern der Friedensinitiative von Präsident Ernesto Samper leiteten die Streitkräfte eine großangelegte Offensive gegen linksgerichtete Rebellen und rechte paramilitärische Gruppen ein. Etwa 15.000 Rebellen in mehreren unterschiedlichen Guerillaorgenisationen beherrschten fas 40 Prozent des Landes. Bei Überfällen auf Militärkonvois sterben 30 Soldaten und Polizisten. Mehr als 100 Wahlhelfer und 38 Kandidaten wurden bei Anschlägen getötet. |
| 1998 | Das kolumbianische Militär bestätigte, daß der Anführer
der Rebellenorganisation ELN, Manuel Perez,am 14. Februar
in seinem Versteck im Dschungel an Hepatitis gestorben ist. Perez, vermutlich 1936
geboren, begann als Prediger in der Hafenstadt Cartagena. 1968 griff er zur Waffe und
wurde Führer der ELN. Über Ostern brachen in Kolumbien schwere Kämpfe zwischen der kommunistischen Guerilla und der Armee aus. Dabei sind nach offiziellen Angaben aus Bogoda mindestens 22 Menschen getötet worden. Bei einer dreitägigen Offensive der Rebellen (ELN und FARC) im August 1998 - drei Tage vor Amtantritt des neuen Präsidenten Andres Pastrana - wurden in zehn der 32 kolumbianischen Provinzen Bomben gelegt und Polizisten beschossen. Dabei wurden 125 Todesopfer gezählt. Seit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Pastrana am 1. August starben bei
Überfällen, Bombenanschlägen und Gefechten zwischen Aufständischen und
Regierungssoldaten schon mehr als 400 Menschen. Im Vorfeld hatte der Präsident den
Rebellen Friedensgespräche angeboten. |
| 1999 | Zwischen der kommunistischen Guerilla und Armee-Einheiten haben im Juni schwere Kämpfe stattgefunden. Neben den Revolutionären Streitkräften (Farc) sind auch das kommunistische Nationale Befreiungsheer (ELN) und außerdem rechtsextreme Milizen in die Kämpfe verwickelt. Dabei starben mindestens 70 Menschen. |
| Bei einer Riesendemonstration in mehr als 1.000 Orten Kolumbiens im Oktober forderten über zehn Millionen Einheimische Frieden. Seit 40 Jahren gibt es blutige Kämpfe zwischen rechtsextremen Schwadronen, linken Guerilleros und Streitkräften. Hunderttausende verloren ihr Leben. | |
| 2000 | Im Februar sind bei Kämpfen zwischen linken Rebellen und ultrarechten Todesschwadronen mindestens 35 Zivilisten getötet worden. Die teilweise von reichen Landbesitzern bezahlten Todesschwadrone kämpfen mit den Rebellen um die Vorherrschaft in den ländlichen Regionen. Beide Seiten gehen dabei häufig gegen die Zivilbevölkerung vor. |
| 2001 | Im Januar drohte eine weitere Eskalation des Bürgerkriegs zwischen der Regierung und
der kommunistischen Guerilla. Präsident Andrés Pastrana erklärte den Friedensprozess
mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) für beendet und forderte diese
auf, die ihnen überlassene Zone im Süden des Landes binnen 48 Stunden zu räumen.
Pastrana hatte den FARC Ende 1998 in der Region Caguán im Süden des Landes ein
entmilitarisiertes Gebiet von der Größe der Schweiz überlassen. Doch trotzdem kamen
Friedensverhandlungen nie in Gang. Im August haben sich die Spannungen in Kolumbien wieder verschärft. Nach dem Zusammenbruch der Friedensgespräche zwischen linken Rebellengruppen und der Regierung kam es wieder zu Anschlägen. Dabei wurden mindestens 19 Menschen getötet und 51 verletzt. Die Rebellen hatten zunächst die Stadt San Francisco im Norden des Landes angegriffen. Dabei wurden drei Kinder getötet. Bei Bombenanschlägen auf eine Polizeistation wurden zudem 35 Menschen verletzt und 40 benachbarte Wohnhäuser beschädigt. Sieben Soldaten und ein Zivilist starben, als Revolutionäre ein Militärfahrzeug überfielen. Bei Gefechten mit den Streitkräften kamen sechs Rebellen ums Leben. Die Regierung wirft den Rebellen vor, an einer Aussöhnung der verfeindeten Lager nicht interessiert zu sein. Bei den schweren Kämpfen im September in Kolumbien zwischen Regierungstruppen und den "Revolutionären Streitkräften Kolumbiens" (FARC) hat es in den letzten Tagen 47 Tote, davon 31 Rebellen, gegeben. In weiteren Landesteilen kam es ebenfalls zu Kämpfen mit mehreren Toten. Die geplante Wiederaufnahme der Friedensgespräche lässt derweil weiter auf sich warten. |
| 2002 | Im Februar sind kolumbianische Truppen in die frühere Rebellenzone im Süden des
Landes einmarschiert und bis zu der bisherigen Rebellenhauptstadt San Vicente de Caguán
vorgestoßen. Vorauskommandos seien zunächst in eine große Kaserne in der Stadt
eingerückt, sagte ein Armeesprecher. Dem Einsatz des Heeres waren heftige Luftangriffe
vorgegangen. Im März einigten sich die zweitgrößte Guerilla-Organisation in Kolumbien "Nationales Befreiungsheer"(ELN) und die kolumbianische Regierung in Friedensgesprächen in der kubanischen Hauptstadt Havanna auf einen Waffenstillstand unter internationaler Beobachtung. Die ELN hat rund 4.500 Kämpfer unter Waffen. In dem seit 1964 andauernden Bürgerkrieg kamen bisher mehr als 200.00 Menschen ums Leben. Im April überfiel ein Guerilla-Kommando in Kolumbien in der Stadt Cali das Provinzparlament und verschleppte zwölf Abgeordnete. FARS-Rebellen, die einen sozialistischen Staat forderten, hatten derzeit 800 Menschen in ihrer Gewalt, darunter auch fünf nationale Abgeordnete und die Präsidentschaftskandidatin Ingrid Batancourt. Im Mai wurden bei einem mörderischen Angriff marxistischer FARC-Rebellen in Kolumbien 60 Zivilisten getötet und 93 Menschen zum Teil schwer verletzt. Die Rebellen hatten eine mit Sprengstoff gefüllte Gasflasche auf den Ort Bojaya abgeschossen. Der heimtückische Anschlag erfolgte, als sich eine große Menschenmenge von der Kirche auf dem Marktplatz versammlet hatte. |
| 2003 | Im Januar verschärfte die Regierung nach einer Serie von Anschlägen den Kampf gegen
die linken Rebellen. Die "Marxistischen Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens"
hatten bei Anschlägen im Land mindestens 30 Menschen getötet So starben bei einem
Überfall auf einen Polizei-Konvoi sechs Polizisten. Im Februar wurde ein exklusives
Vergnügungszentrum in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá von einem Bombenanschlag
zerstört. Bei der Tat, die der linksgerichteten Terrrororganisation FARC zugeschrieben
wird, starben mindestens 33 Menschen, rund 200 wurden verletzt. Im April ging das Morden auch an Ostern weiter. Marxistische FARC-Rebellen erschießen bei einer Prozession drei Mensch. Bei Gefechten zwischen der FARC und Regierungssoldaten gibt es 20 Tote. |
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Es wurden Attentate auf Gas- und Ölleitungen, staatliche Einrichtungen und Politiker verübt. Menschen sind verschwunden, und der sozialistische Block kollabierte. Die Lebenssituation des Volkes besserte sich nicht. Die Kämpfe zwischen Rebellen und Todesschwadronen kosten jedes Jahr Tausenden das Leben. Im Jahr 1997 starben ca. 6.000 Menschen.
Durch die Angriffe der Terrororganisationen flüchteten über die Jahrzehnte Millionen von Menschen aus der verwüsteten Provinz in die Slums der Großstädte. Und wer es sich leisten kann, legt selbst kurze Distanzen nur noch im Flugzeug zurück - zu unsicher ist der Weg über Land.
Der konservative Alvaro Uribe wurde zum Präsidenten gewählt. Er war mit dem
Versprechen angetreten, die bewaffneten Gruppen zu bekämpfen, bis sie zu einem
Waffenstillstand und ernsthaften Verhandlungen bereit seien.
Durch ihn wurde das Militärbudget kräftig erhöht, hunderttausende Zivilisten sollen als
Späher für das Militär zum Einsatz kommen und zehntausende junger Männer für die
Streitkräfte rekrutiert werden. In den ersten Appellen nach einem Anschlag wurde das Volk
aufgerufen, sich hinter dem Präsidenten zu scharen.
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Die ELN und - als Vertreter der Zivilgesellschaft - das "Nationale Friedenskomitee" haben im Juli 1998 in Deutschland Friedensgespräche geführt. Zum Abschluss wurde ein gemeinsames Dokument unterzeichnet, das Hoffnung auf ein Ende der Auseinandersetzungen macht.
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IAP 11/97, 10/96, 98-08-18, 4/02, 5/02, 6/02, 03-01-20, 03-04-20
GEO Das neue Bild der Erde 1/93
Haller Tagblatt 98-04-08, 98-04-14, 98-07-16, 98-08-07, 99-06-25, 99-10-26, 00-02-22, 01-01-11, 01-08-11, 01-09-01, 02-02-23, 03-02-10
| Stand: 2003-06-23 Aktuelle Bearbeiterin: Sonja Aller Urautorin: Christine Stier Vorherige Bearbeiter: Sandra Schnaidt, Steffi Gröner, JG, Simone Mönnig / Carmen Gentner (1999), Sascha Miljkovic (2000), Erika Westdickenberg (2000), Torben Freisinger u. Alexander Steindl (2002) Grafik: "Unsere Erde" von Rudas & Karig (Verlag Markt & Technik) Datei: kolumb/kolumb.htm |